Südkurier Herbstzauber 2011
Mittwoch, 05. 10 2011
Nachdem die Musikvereine es drei Jahre lang versucht hatten waren sie stolz, es endlich geschafft zu haben, etwas miteinander auf die Beine zu stellen.„Das hier ist aber kein Konzert“, betont einer der Veranstalter bei der Begrüßung. Der Herbstzauber sei ein Unterhaltungsabend und statt wie hypnotisiert auf die Bühne zu starren, sollten sich die um die 500 Gäste ihrem Nachbarn zuwenden und möglichst „viel plaudern“. Um die Atmosphäre weiter aufzulockern, wurde dann auch ohne Jacken gespielt.

Den Anfang machte passenderweise die Kapelle des Musikvereins Riedheim mit dem Song „Ladys und Gentlemen“. Unter der Leitung des Dirigenten Benjamin Fuchs ertönten fehlerfrei unter anderem Jubiläumsklange und das Trompetensolo „Trompetenträume“ von Dirk Lanzendorfer.

Auch die inzwischen kräftig plaudernde Zuschauermenge taute im Laufe des Abends auf und es wurde viel gelacht, getrunken und mitgeklatscht. „Es ist einfach toll. Hier beim Herbstzauber bekommt man jedes Jahr etwas Neues geboten. Mir gefällt auch besonders die lockere Atmosphäre, die hier herrscht“, meint die in ein Dirndl gehüllte Zuschauerin Alexandra Flachs (40) und beschreibt damit auch die Gründe dafür, warum die Veranstaltung schon seit fünf Jahren einen festen Platz in ihrem Terminkalender hat.Nachdem der Musikverein Riedheim die erste Hälfte souverän bestritten hatte, räumte er die eindrucksvoll mit großen Blumenarangements geschmückte Bühne für die Kapelle des Musikvereins Kluftern, die das Publikum auf eine musikalische Weltreise entführte.

Angefangen bei den Alpen, über England bis nach Spanien. Mit viel Schwung und gelungenen Interpretation bot diese Kapelle wirklich einen Ohrenschmaus der besonderen Art.Es gab auch vier Menschen, die dieser fabelhaften Kapelle schon seit vielen Jahren die Treue halten und dafür gebührend geehrt wurden: Karin Meßmer, Josef Veser, Wolfgang Jägle für 30 Jahre und Karl Haug für 20 Jahre Mitgliedschaft im Musikverein Kluftern.Nach der Ehrung folgte der musikalische Höhepunkt des Abends: ein Solo der drei „gutaussehenden und feschen“ Albhornbläser, wie der Trompeter und Moderator der Klufterner Musiker, Sebastian Thoma, sie beschrieb. Sehr gefühlvoll und wunderschön von Klarinette, Schlagzeug und ein wenig Trompetenklängen untermalt, spielten sie das Stück „Begegnung“. Für die Dauer dieses Liedes hafteten die Blicke der Zuhörer gebannt an den drei Bläsern und es wurde ganz still in der Brunnisachhalle.Nach dem Zwischenstopp in den Alpen ging es weiter zum „Floral Dance“ nach England. Dann war es Zeit für ein Trompetensolo. „Der nächste Solist ist noch sehr unerfahren und wenn man zum ersten Mal hier oben steht kann einem ganz schön die Muffe gehen“, erklärte Thoma. „Wir werden ihm jetzt ein bisschen Mut machen, damit er sich überhaupt hier nach vorne traut.“ Es folgte ein kollektives „Nein!“ auf Fragen wie „Werden wir ihn mit Blicken durchbohren oder auffressen?“ Sichtlich gestärkt betrat Sebastian Thoma dann selbst – die Trompete fest im Griff – die Bühne und schlug sich sehr gut durch sein Solo. Der Abend war sehr entspannt und musikalisch unterhaltsam, der Herbstzauber ist also durchaus einen Besuch wert.

Autor: Jaqueline Geng

 
 
   
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