Presse

Neujahrsempfang

Südkurier - Musikalisch ins Jubiläumsjahr

Friedrichshafen-Kluftern - Gefolgt waren der Einladung Mitglieder des Kreis- und Landtags, der Gemeinde- und Ortschaftsräte, sowie Abordnungen von befreundeten Musikkapellen aus Österreich, der Schweiz, Italien und Polen. Voll besetzt war das Bürgerhaus in Kluftern, als der Musikverein den Neujahresempfang musikalisch eröffnete. Unter Leitung von Gerhard Hartwig erschallten festliche Fanfaren und eröffneten damit offiziell die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr.

In ihren Grußworten nahmen Oberbürgermeister Josef Büchelmeier und danach Ortsvorsteher Clifford Asbahr beide das Jubiläum zum Anlass, um auf die aktuellen Entwicklungen der Ortschaft hinzuweisen.

"Bürgerlichen Eigensinn und kontinuierliche Bereitschaft zur Erneuerung" nannte es Büchelmeier in seiner kurzen Ansprache, die einen alten Verein immer neu entstehen ließen. Älter als Europa, älter als die Eingemeindungsverträge, älter als das Land Baden-Württemberg - so steht der Verein stellvertretend für eine stete, sich ändernde Entwicklung, ohne dabei das Zugehörigkeitsgefühl und die Tradition des Einmaligen zu verlieren. So, unterstrich der Oberbürgermeister, stelle er sich auch eine zukünftige eigenwillige - aber gemeinsame Entwicklung der Stadt Friedrichshafen weiterhin vor.

Asbahr übernahm in seiner Ansprache die Gedanken der regionalen Entwicklung, des aktiven Bürgerengagements und der Zusammengehörigkeit mit Friedrichshafen. Dass solch ein Vorgehen einer differenzierten Entwicklung nicht entgegenstehe, erläuterte er an vielen Beispielen des Zusammenwirkens. Rückblickend auf das vergangene Jahr erinnerte er an die vielen Veranstaltungen, die Konzerte des Kirchenchores, die über 3000 aktiven Stunden der Freiwilligen Feuerwehr, die Veranstaltungen des FC Kluftern, des Schützenvereins, des Arbeitskreis Heimatgeschichte, des Tennisclub, des Männergesangvereins und der Narrenzunft. "Alle", so Asbahr, "leisten jedes Jahr einen wichtigen Beitrag zum gesunden Gemeindeklima." Weiterhin erwähnte er die Initiativen der Künstlergruppe KiK, die durch Vereine organisierten Ferienprogramme und die Wanderwegsinformationen, sowie die Renovierung des Pfarrzentrums und die privaten Organisation von Seniorentreffs. Besonderen Dank richtete Asbahr an die Unternehmer und Bauherrn, die den Ausbau des Industrieparks Bahnhof und der Firma Braun vorantreiben. Hier, so Asbahr, werde die wirtschaftliche Basis für eine solide Entwicklung in Kluftern gelegt. Fürs neue Jahr stehen die weitere Feinplanung zum Neubau des Feuerwehrhauses und der Mehrzweckhalle an.

Mit dem "Europamarsch", einer Uraufführung der Komposition von Ivan Shekov aus Tettnang und dem "Badnerlied" geleitete der Musikverein den Empfang zum Abschluss.

 

Frühjahrskonzert

Südkurier - Einfach königliche Festklänge

Der Frühling wehte durch den Saal im Frühjahrskonzert des Musikvereins Kluftern. Frisch und knackig bescherten die bestens disponierten Musiker zusammen mit der Musikkapelle Immenstaad Blasmusik vom Feinsten.

Blasmusik vom Feinsten bescherte der Musikverein Kluftern am Samstagabend in der Brunnisachhalle im traditionellen Frühjahrskonzert im Rahmen seiner 125-Jahrfeier, bereichert durch die musikalischen Glückwünsche der Immenstaader Blaskapelle. Auf Hochglanz poliert waren nicht nur die Instrumente, brillant waren vor allem die Stücke, knackig und poetisch und frisch wie eine Frühlingsbrise. Und so waren auch die rund 600 Besucher bald glänzender Laune und gingen begeistert mit. Peter Karpf, Präsident des Blasverbandes Bodenseekreis begrüßte die Festgäste. Unter ihnen befanden sich neben Ortsvorsteher Clifford Asbahr Bürgermeister Peter Hauswald und Landrat Siegfried Tann, der in den letzten Stunden seiner Amtszeit die Ehrungen vornahm. Für 40 Jahre aktive Vereinsarbeit wurden Erich Thum, Posaune und Sigmund Zimmermann, Tuba mit der Ehrennadel in Diamant mit Urkunde ausgezeichnet. Der Musikverein Kluftern erhielt eine Jubiläumsgabe in Form eines Schecks. In seiner Gratulation war Tann des Lobes voll ob des hohen Niveaus und der unglaublichen Bandbreite der Jubilare.

Wahrlich königlich eröffnen die Immenstaader unter der Leitung von Thomas Martin das Konzert, festlich und erhebend mit dem Königsmarsch von Richard Strauß - prächtige musikalische Glückwünsche die nicht herzlicher hätten ausgedrückt werden können. Bis zur Pause bescheren sie die musikalischen Genüsse. Der Saal bebt, so schmettern sie und können gleich wieder duftige Akzente setzen, wie in "Tirol 1809" von Sepp Tanzer. Da geht es um Aufstand, Kampf am Berg Isel und Sieg. Mit pompöser und gefühlvoller Musizierweise können die Gastbläser ihre Fähigkeiten mit am Ende glorifizierenden Trompetenstößen so richtig ausloten. "La Storia" hat Jacob de Haan als Filmmusik komponiert. Ungemein schwungvoll, spritzig und spannungsvoll bis zur Entladung in explosionsartigen Klängen holen die Gastmusiker aus diesem Stück alles heraus. Und dann überrascht und verzaubert Alexandra Langenstein-Kunemann mit ihrem Sologesang "Ich gehör nur mir" mit großer Stimme und einem Umfang, wie man sie nur von Stars kennt.

Und erst die Kluftinger! Die scheinen an diesem Abend besser denn je. Für einen solchen Anlass muss besondere Musik her, nämlich die "Jubilee Overture" von Philip Sparke. Was für ein festlicher Klang und was für eine blaskräftige Präsenz! In gewandter Dirigiermanier hat Leiter Gerhard Hartwig seine Musiker fest im Griff. Mühelos beherrschen sie meisterlich ineinander fließende Tempi und Rhythmen und häufigen Taktwechsel. Massige, pompöse und mit Pfeffer gewürzte Klänge wechseln in "Celtic Flutes" von Gäble mit leichtem, tänzerischem Rhythmus. Dazu begeistert der Zuwachs, zwei 14- und 15-Jährige, mit absolut konzertreifem Spiel. Dass sich die Kluftinger auf ihren Lorbeeren nicht ausruhen, zeigt das kontrastreiche Farbenspiel in der "Festive Overture" von Shostakovich. Scharf pulsierende Rhythmen münden in einen fulminanten Kehraus. Besondere Farbe durch Elemente aus unterschiedlichen Ländern bringt der "Europa-Marsch" des anwesenden Ivan Shekov. Kein Wunder, dass sie in einem Wettbewerb dafür die Note "sehr gut" mit Auszeichnung erhielten. Weitere begeisternde Jubelklänge erschallen - die letzten zwei Zugabestücke mit den Immenstaadern gemeinsam - und reißen die Feiernden mit voluminöser Klangfülle mit. Ein Highlight mehr ist "Lord of the Dance". Das I-Tüpfelchen ist die virtuose Beinarbeit der neun Tänzerinnen. Die Kluftinger wissen, wie man Feste feiert: Das war Spitze!

 

internationales Musikfest

Südkurier - Ganz Kluftern im Takt der Blasmusik

Freitag

Musik, liebe Musikfreunde verbindet. Sie ist eine Sprache, derer es keine Übersetzung braucht und fördert das Verständnis unter Menschen." Nach ersten Klängen der sechs Musikkapellen eröffnet Landrat Lothar Wölfle das lang ersehnte "Internationale Musikfest" anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Musikvereins Kluftern. Der Verein, so Wölfle weiter, fördere das internationale Verständnis. So werden in Kluftern fünf befreundete Musikkapellen aus vier Ländern begrüßt. Dem anhaltenden Regen trotzen die Klufterner im gemütlichen Festzelt. Die Eröffnung des Festes wurde kurzerhand vom Rathausplatz unter das Zeltdach verlegt, worauf der Regen friedlich mittrommelt.

"Der Ort hat eine eigene Kultur entwickelt und der Musikverein ist ein wichtiger Teil dieser Kultur." Nach der Totenehrung durch Pfarrer Wolfgang Demling eröffnet Bernd Caesar, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte jene Ausstellung, mit der sein Verein dem Jubilar auf ganz besondere Weise gratuliert. In ganz Kluftern sind bis einschließlich 6. Oktober historische Fotos zu sehen (der SÜDKURIER berichtete am 9. Juni). Auf metergroßen Fahnen scheint die Ortsgeschichte seit 1882 zum Greifen nahe. Der Dank des Vereinsvorsitzenden Berthold Müllers gilt am ersten Abend des Fests allen Helfern und Gästen.

Was wäre ein Musikfest ohne Musik? Alle fünf Nationalhymnen finden Gehör. Der Gesamtchor der Kapellen stimmt "Hoch Badnerland" an. Dass die Musik aus den verschiedenen Ländern ihre ganz eigenen Klänge hat und die Begeisterung die Nationen doch eint, zeigen die Gastkapellen in je halbstündigen Programmen. Paten des Gastgebervereins stellen dem Publikum die befreundeten Kapellen aus Italien, Österreich, der Schweiz und Polen vor. Seit 1991 besteht die Freundschaft zum "Corpo Musicale Comunale di Sedico". Christof Müller und Bruno Mazzarona, der Bassist des Musikvereins Kluftern, über den die Vereinsfreundschaft 1991 zustande kam, stellen die Kapelle aus der Stadt in Venetien vor. Seit 1984 bestehen freundschaftliche Beziehungen mit der Musikgesellschaft Gurmels aus der Schweiz, wie Georg Amann und Andreas Öhs zu berichten wissen. Susanne Klingele und Carolin Enderle stellen den Verein vor, mit dem den Musikverein Kluftern die längste Freundschaft verbindet. 1958, vor beinahe 50 Jahren, entstand durch das damals aktive Mitglied Hugo Braunschweiler die Freundschaft zum Musikverein Bildstein aus Österreich. Beim "Hofstaigermusikfest" in eben dieser Gemeinde entstand 2002 die Freundschaft zum ebenfalls österreichischen Musikverein Kirchdorf am Inn, für den Horst Schabert und Andrea Steiner Pate stehen. Im selben Jahr gründet die Freundschaft mit dem Jugendblasorchester Mykanow aus Polen, die über Gerhard Hartwig, den Dirigenten des MV Kluftern zustande kam. Gemeinsam mit Ehefrau Terese steht er nun Pate für das Jugendblasorchester.

Das "Internationale Musikfest" ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum des Musikvereins Kluftern, die der SÜDKURIER als Medienpartner begleitet. Bereits der Auftakt des Festes trotz des Wetters absolut gelungen. "Uns erwarten hier ganz große Tage der Blasmusik", freute sich Festpräsident und Ortsvorsteher Clifford Asbahr.

 

Südkurier - Auf Liegestühlen und in kurzen Röckchen

Samstag

Hunderte von Zuschauern säumen den Sportplatz. Ganz Kluftern scheint auch am Samstag auf den Beinen zu sein. Von ihrem Ausflug haben sie sich nicht zuviel versprochen. Gegen 18 Uhr hat sich ein langer Zug vom Festzelt aus aufgemacht. Am zweiten Tag des "Internationalen Musikfests" ließen es sich nur wenige Musikkapellen nehmen, den Musikverein Kluftern zum 125-jährigen Jubiläum zu besuchen.

Berthold Müller, Vorsitzender des Vereins, begrüßt die Musikvereine aus Hagnau, Immenstaad, Ittendorf sowie die Stadtkapelle Meersburg. Dem Bezirk vier folgen das "Geburtstagskind", der Musikverein Kluftern, und die befreundeten Kapellen aus Bildstein und Kirchdorf am Inn, Österreich, aus Sedico, Italien, sowie aus Mykanow, Polen. Den Halbkreis vervollständigen die Vereine des Bezirks fünf. So kann Müller die Musikvereine aus Ailingen, Berg, Ettenkirch, Fischbach, Jettenhausen und Schnetzenhausen willkommen heißen.

"Die Musikvereine sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Sie stellen wichtige Säulen des gesellschaftlichen Lebens dar", dankte Bürgermeister Peter Hauswald, der den Klufterner Musikanten gratuliert. Schon heben die Musikanten aus Bezirk vier ihre Instrumente. Unter Leitung von Bezirksdirigent Gerhard Hartwig spielen die Kapellen der vier Vereine. Junge, hübsche Frauen in kurzen Röcken und adretten Blousons stehen als nächstes im Vordergrund. Die Rasenshow der Jugendblaskapelle Mykanow begeistert das Publikum. Drei Stücke mit bezaubernder Choreographie im Vordergrund ernten reichlich Applaus.

Nach der Rasenshow des Musikvereins Kirchdorf zeigt sich schließlich dass Musik nicht nur Grenzen zwischen den Nationen überwindet. Als der Gesamtchor der Klufterner und ihrer Gastkapellen zum "Hoch Badnerland" ansetzt, beginnt ein Teil der Besucher zu strahlen, während mancher ins Schmunzeln gerät. "Die Häfler wollen kontern", verkündet Müller schließlich. In "Die Fischerin" des Bezirks fünf stimmen auch die übrigen Kapellen ein. In Kluftern strahlen und singen Badener und Württemberger an diesem Wochenende gemeinsam.

 

Südkurier - "Glorioses" verkündet den Festumzug

Sonntag

Die ersten Töne hallen über den Rathausplatz in Kluftern. Während Thomas Riether, Bezirks- und Verbandsdirigent, auf der Treppe vor der Kirche St. Gangolf den Taktstock schwingt, spielen hunderte Musikanten "Musica Gloriosa". 28 Kapellen bieten gemeinsam einen beeindruckenden Gesamtchor. Fast scheint der Platz zu klein für den überwältigenden Klang. "Hallo, wir sind hier und feiern heute die Blasmusik", hatten die Musikanten kurz zuvor gerufen und ihre glänzenden Instrumente gen Himmel gehoben. "Ich stelle mir gerade das Probelokal vor, wo ihr alle reinpassen würdet", schmunzelt Riether, bevor Dirigent Daniel Bucher den Takt übernimmt. Der Marsch "Europa ohne Grenzen" steht als Nächstes auf dem Programm. Wie schon "Musica Gloriosa" die Stimmung an diesem denkwürdigen Wochenende beschreibt, passt auch dieser Titel.

So musizieren schließlich die Gastkapellen aus Italien, Österreich, der Schweiz und Polen im Gesamtchor mit. Zuletzt ergreift Gerhard Hartwig, Bezirksdirigent und Dirigent des Musikvereins Kluftern, den Taktstock. Feierlich beendet die deutsche Nationalhymne das morgendliche Konzert auf dem Rathausplatz.

Wenige Minuten später blicken Hunderte von Zuschauern erwartungsvoll die Markdorfer Straße entlang. Mit drei Festreitern beginnt der große Umzug vom Bahnhof bis hin zum Festzelt. Knapp dreißig Kapellen spielen unermüdlich festliche und muntere Weisen. Gemeinsam mit über zwanzig weiteren Gruppen bilden sie den Umzug, der nicht bunter und fröhlicher sein könnte. Der Vorhut hoch zu Ross folgt der Musikverein Kluftern. Ehrenmitglieder des Vereins winken aus einer Kutsche. Kinder aus dem Kindergarten Kluftern haben das Motto zum Sonnenschutz gemacht und schwenken bunte Schirme voller Noten, während sie dem entzückten Publikum zuwinken. Unter den Umzugsteilnehmern befinden sich auch befreundete Kapellen, die zum "Internationalen Musikfest" aus der Schweiz, Italien, Österreich und Polen nach Kluftern gekommen sind. Die Stadt Friedrichshafen gratuliert mit einem Wagen, auf dem die Wappen aller Ortschaften zu finden sind.

Vieles gibt es während des langen Festzugs zu entdecken. Eine alte Feuerwehr-Spritze aus dem Jahre 1867 wird durch Kluftern gezogen. Die "Lipacher Bauern" zeigen in Trachten und mit historischem Feldgerät, wie der Alltag im Ort "anno dazumal" aussah. Ein Apfel- und ein Erdbeerwagen präsentieren heimisches Obst. Doch auch beim Festumzug steht die Musik im Mittelpunkt. Welche Unterschiede gibt es zum Beispiel zwischen der Blasmusik des "Corpo Musicale communale di Sedico" und jener der Patenkapelle Klufterns, des Musikvereins Immenstaad, zu hören? Eine ganz andere Weise spielen die Schalmeien Fischbach. Mitklatschen und zujubeln lässt es sich jedoch immer.

 

Südkurier - Der krönende Abschluss

Sonntag

Das wäre der krönende Abschluss für dieses tolle Wochenende." Elmar Lemmle, Schriftführer des Musikvereins Kluftern, ist gespannt. In wenigen Stunden werden die Ergebnisse des Wertungsspiels vom April bekannt gegeben. "Und bislang wissen wir alle hier von nichts." Der Blasmusikverband des Bodenseekreises hat noch nichts verraten.

Doch auch ohne das ersehnte Ergebnis zeigen sich die Musikanten des Musikvereins Kluftern bereits sehr zufrieden. Das "Internationale Musikfest" stellt den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Vereins dar. "Alle unsere Wünsche sind in Erfüllung gegangen", meint der Vereinsvorsitzende Berthold Müller am Sonntagnachmittag glücklich. Nach dem verregneten Auftakt am Freitagabend meinte es das Wetter ab Samstag gut mit den Klufternern. "Wir sind stolz, mit den Rasenshows der Musikvereine aus Kirchdorf am Inn und aus Mykanow einmal etwas ganz Besonderes gezeigt zu haben", so Müller weiter. Derartiges sei in der hiesigen Region eher unüblich. In Österreich zum Beispiel gebe es sogar eigene Wertungsspiele für solche Shows. Sehr dankbar ist Müller all jenen, die durch ihre Mithilfe das Fest mit seinen Attraktionen ermöglicht haben. "Ohne den Bauhof, die Polizei und die Ortsverwaltung wäre solch ein Festumzug nicht möglich gewesen."

Gegen 16 Uhr ist es endlich so weit. Seit Mittag gab es im Festzelt Unterhaltungsmusik vom Musikverein Roggenzell. Nach dem Umzug nutzten Besucher wie auch Musikanten die Gelegenheit, sich hier mit Familie und Freunden etwas auszuruhen. Tatsächlich stellt die Bekanntgabe der Wertungsergebnisse nun die Krönung des grandiosen Festwochenendes dar. Die Klufterner Musikanten erhalten für ihr Bewertungsspiel mit dem Prädikat "Mit hervorragendem Erfolg teilgenommen" die bestmögliche Bewertung. "Das entspricht der Schulnote eins plus", erklärt Rainer Geister, Vorsitzender des Blasmusikverbands Baden-Württemberg. "Besser hätte es im wahrsten Sinne des Wortes nicht sein können", freut sich Lemmle. Der Musikverein Kluftern war in der Klasse fünf, der "Höchststufe" angetreten.

Ausgelassen und zufrieden lässt man das ereignisreiche Festwochenende nun mit den Weinberg-Musikanten bis spät in den Abend im Zelt ausklingen. Sprichwörtlich aufzuhören, wenn's man schönsten ist, wäre an diesem Wochenende voller schönster Stunden schwer gewesen.

 

Tag der Vereine

Südkurier - In der Ortschaft Kluftern geht was

Seit gestern weiß nun wirklich jeder Neubürger der Ortschaft Kluftern, was er in seiner knapp bemessenen Freizeit so alles anstellen kann. Rund neun Vereine präsentierten sich den ganzen Sonntag quer durch die Klufterner Gemarkung mit ihren vielfältigen Angeboten. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die wieder einmal den Beweis erbrachte: "In Kluftern geht was!"

Friedrichshafen-Kluftern - Die Idee zur gemeinsamen Präsentation stammt von den Vereinen selbst. Ein junges, aber dennoch bekanntes Gesicht in Kluftern, Zunftmeisterin Birgit Holverscheid, erzählt wie es dazu kam. "Zweimal im Jahr treffen sich die Vereinsspitzen in Kluftern zum gemeinsamen Austausch. Bei einer der letzten Sitzungen reifte die Idee, den Kluftingern und vor allem den Neubürgern unserer Heimat einmal zu zeigen, was bei uns hier in Kluftern so geht." Gesagt, getan - gestern war die Premiere. Von der Brunnisachhalle bis hinauf zum Bahnhof zog sich die "Straße der Vereine". Jeder für sich präsentierte sich mit seiner Vielfalt und mit seiner Originalität dem Publikum.

In der Brunnisachhalle war unter anderem der Fanfarenzug Kluftern vor Ort, der auch den kleinsten der Kleinen die Möglichkeit bot, einmal mit zwei Schlägern der großen Trommel einige Töne zu entlocken. In seinem 125-jährigen Jubiläumsjahr durfte natürlich auch der Musikverein Kluftern nicht fehlen, der mit einer Kostprobe, von jungen Talenten dargeboten, auf sich aufmerksam machte.

In der Halle daneben ging es sportlich zu. Der FC Kluftern informierte ausführlich über die Sportarten Tischtennis, Handball, Trimmsport und Turnen und im Pfarrzentrum lockte der Cäcilienverein mit Gesang und einer Orgelvorführung.

Die Narrenzunft Kluftern war am Bahnhof in Kluftern zu finden. Direkt neben der Firma Sanitär Zerlaut, die hier im neu erschlossenen Gewerbegebiet als erstes Klufterner Unternehmen am 7. Oktober die neuen Geschäftsräume eröffnet, gab es den Stand der Narren, wo man unter anderem bei einem Quiz sein Wissen rund um die Klufterner Narretei testen konnte.

Im ganz großen Stil zeigte sich der Verein "Pro Kluftern", der gestern hier sein Sommerfest feierte. Neben einem köstlichen Mittagstisch konnte man hier sein Talent beim Eselreiten testen und ganz Sportliche steckten ihre ganze Energie in das Schubkarrenwettrennen hinein. Musikalisch unterhielten hier "Die Adligen". Der Männergesangverein war auf dem Tennis- und Fußballplatz zu Gast und verwöhnte die Besucher des Festes mit einem Platzkonzert.

Rundum zufrieden äußerten sich die Vereine mit der Resonanz des ersten "Tag der Vereine". Auf eine Wiederholung dieser Veranstaltungen in Kluftern, so der Tenor, darf man getrost hoffen.

 Kunst und Geschichtstag

Südkurier - Kluftern erfüllt von Musik

Nach den Themen "Trauer", "Krieg und Frieden" widmete sich der dritte Klufterner Geschichts- und Kulturtag am Samstag einem etwas beschwingteren Thema. Einem Thema, das gewissermaßen in der Ortschaft beheimatet ist: Die Musik. 125-Jahre Musikverein Kluftern prägen das Jahr in der Ortschaft und auch den diesjährigen Geschichts- und Kunsttag. Eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der auch Kulturbanausen ihre Freude hatten.

Friedrichshafen-Kluftern - Bürgermeister Peter Hauswald brachte es auf den Punkt: "Wir in der Stadt Friedrichshafen müssen wirklich aufpassen, dass wir von Kluftern in Sachen Kunst nicht von links und von rechts überholt werden." Diese knackigen und kurzen Begrüßungsworte freuten nicht nur Ortsvorsteher Clifford Asbahr, sondern auch die Künstler selbst, die den Samstag maßgeblich gestaltet haben. Namentlich wären das Bernd Caesar vom Arbeitskreis Heimat und Geschichte, Gunar Seitz von der Vereinigung "Kunst in Kluftern" (KiK) und Berthold Müller, Chef vom Kluftener Musikverein. Mit vereinten Kräften ist es gelungen, den Spagat zwischen Geschichte und Gegenwart sanft zu schlagen.

Begonnen wurde der Nachmittag mit einem Orgelkonzert in der Kirche St. Gangolf. Einen höchst amüsanten Vortrag hielt Elmar Kuhn, Leiter des Kreiskulturamtes, von der Kanzel. "Der einst strenge Blick des Landrats auf die Gemeinde", lautete das Thema, dass die Zuhörer auf die Reise in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts nahm. Da stand die idyllische Ortschaft nämlich stark im Visier der Bezirksamtsmänner - ab 1923 hießen sie dann Landräte - die selbst über intimste Details der Bevölkerung bestens informiert waren und darüber umgehend das Großherzogtum Baden in Kenntnis setzten. Es wurde protokolliert wer da "herumsäuft" und welche Eheleute in Unfrieden leben. Es wurde auch festgehalten wer mit wem ein ehewidriges Verhältnis pflegte und welches Haus immer noch unverputzt ein klägliches Dasein fristet. Ebenso lustig gemacht wurde sich über das lächerliche Aussehen des Polizeidieners und scharf kritisiert hatten die Bezirksamtsmänner den Bürgermeister, der angeblich der schlechteste weit und breit war.

Einen musikalischen Streifzug vom Barock bis heute gab es in einem fantastischen Orgelkonzert von Norbert Thoma zu hören. Viele Blicke zog die Großfotoausstellung "Das alte Dorf" auf sich, der vom Arbeitskreis Heimatgeschichte Kluftern anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Musikvereins Kluftern rund um das Rathaus installiert wurde.

In der Kirche ein Orgelkonzert, draußen vor dem Rathaus die Premiere der neu gegründeten Big-Band Kluftern. Neben den Großfotos wehten die Werke von Brigitte Caesar, Carmen Crepinsek, Erika Zehle und Kathleen Manigk-Lesche im Wind, die auf Fahnen ihre Inspirationen zum Thema Musik festgehalten haben.

Im Rathaus selbst erinnerten unglaublich viele Fotos von Günther Schulze an das Großereignis der Ortschaft im Juni dieses Jahres: Die 125-Jahr-Feier des Musikvereins Kluftern und ganz oben auf dem Dachboden des Rathauses widmeten sich in Form einer "Installation" Ragnhild Becker und Gunar Seitz den "Professionell vergessenen" weiblichen Komponistinnen der Vergangenheit.

Für Kurzweil zwischen aller Kunst und Kultur sorgte der Musikverein Kluftern mit einer "Multiphon-Darbietung". Präsent war auch der einzige Winzer in Kluftern, Günter Löchter. Der Hobby-Weinbauer widmet sich seit 1980 der Kelterei und verköstigte die Besucher mit Gratis-Kostproben aus seinem Winzerkeller.

 

Herbstzauber

Südkurier - Musiker verzaubern Herbst und Gäste

Nachstuhlen reichte nicht mehr aus, die Klufterner Brunisachhalle war am Samstagabend restlos ausverkauft. Einige Blasmusikfreunde mussten sich sogar mit Stehtischen begnügen. Es sah aus, als hätten alle nur darauf gewartet, dass der Musikverein Kluftern endlich ein Herbstkonzert gibt. Gemeinsam mit dem Musikverein Schnetzenhausen stemmte der Verein dann den "Herbstzauber", die letzte Großveranstaltung im Jubiläumsjahr - mit rauschendem Erfolg.

Das Programm war so bunt wie die prachtvolle Bühnendekoration und mindestens so sorgsam abgestimmt. Die Kurzweil der Konzertbesucher stand im Mittelpunkt des Konzepts: Polka, Marsch, Klassik und Tango wechselten mit Paso Doble, Boogie und Dixie und just im rechten Augenblick rückten, in ebenso buntem Reigen, die Solisten ins Rampenlicht. Beim ersten Herbstkonzert wurde aus gutem Grund nichts dem Zufall überlassen, denn: Der Erfolg sollte darüber entscheiden, ob sich die Veranstaltung künftig in Kluftern etabliert. Geht es nach den Zuhörerreaktionen, dann besteht kein Zweifel daran, dass es in Zukunft neben dem Frühlingskonzert auch einen solchen "Herbstzauber" in Kluftern geben wird.

"Das war ein ganz toller Abend, ein richtiger Genuß", lobte der Bezirksvorsitzende des Blasmusikverbandes im Bodenseekreis, Antonius Bittner. Dass beide Kapellen ganz locker waren und nicht an den Notenblättern klebten, gefiel ihm besonders gut. Diese aus dem Innersten kommende Spielfreude war es vermutlich, die das gemeinschaftliche Herbstkonzert tatsächlich ein bißchen verzauberte. "Konzertant im Frühling und gehobene Unterhaltungsmusik im Herbst, gemeinsam mit einer guten Kapelle aus der Region", so stellt sich Berthold Müller, der Vorsitzende des Musikvereins Kluftern die Zukunft vor.

Am Samstag waren es die Musikerkollegen aus Schnetzenhausen, die mit Filmmelodien aus dem Zeichentrickfim "Lilo & Stitch" für einen amüsanten Auftakt sorgten und mit dem Feuer von "Don Pedro" dem Kälteeinbruch die Stirn boten. Solotrompeter Stefan Angele glänzte mit "Macarena" und Jasmina Brodde setzte an der Querflöte das "El Cumbanchero" Arrangement von Naohrio Iwai so virtuos um, dass die Zuhörer begeisterten Zwischenapplaus spendeten.

Für den zweiten Teil hatten die Gastgeber einen wahren Herbststurm an Höhepunkten zusammengestellt. Schon beim "Astronauten-Marsch" funkelten die Flügelhörner und Brahms "Ungarischer Tanz Nr.6" fegte mit ganzem Temperament über die 500 Besucher hinweg. Beifallsstürme für Christof Müller und Georg Amann, die "Csardas"-Solisten an der Klarinette und Moritz Eggert, der zwölfjährige "Teufelsbassist", kam mit seiner Tuba nicht ohne Zugabe davon. Im "Posaunen-Tango" legte sich der ganze Charme des Registers über den Saal und die junge Dixieland-Band des Orchesters sorgte für Schwung, gute Laune und Beifall.

Dann geschah etwas mit viel Spannung erwartetes: Gerhard Hartwig, der Dirigent des Musikvereins Kluftern, hatte aus dem berühmten Gitarrensolo Joaquin Rodrigos im zweiten Satz des "Adagio from Concerto de Aranjuez" ein Spezialarrangement für zwei Trompeten gemacht. Den Taktstock gab er an Andrea Steiner weiter, denn dieses Solo war Sache der beiden Dirigenten Gerhard Hartwig und Daniel Bucher, die einen hinreißend wehmütigen Dialog spielten. Für solch ein Konzert gibt es natürlich nur einen möglichen Schluß: Alle Musiker im grandiosen Finale vereint auf der Bühne! Was für ein Abschluss zum 125. Vereinsjubiläum der Blasmusik in Kluftern.

 

Generalversammlung

Südkurier - Asbahr: "Gesamte Ortschaft ist stolz auf Sie"

Die gesamte Ortschaft ist enorm stolz auf Sie", meinte begeistert Ortsvorsteher Clifford Asbahr am Freitagabend bei der Generalversammlung des Musikvereins Kluftern. Bei der 1250-Jahr Feier der Ortschaft 2014 werde man Mühe haben, dies noch zu übertreffen.

Elmar Lämmle ließ die Ereignisse des vom SÜDKURIER unterstützen Jubiläums noch einmal Revue passieren. Höhepunkte waren natürlich das Internationale Musikfest und aus Sicht des Vereins die Konzertwertung im April, bei der vom Stammorchester in der Höchststufe die Wertung "mit hervorragenden Erfolg teilgenommen" und 90,2 Punkte von 100 erreicht wurden. Dafür gab es auch von verschiedenster Seite einen herzlichen Dank an Dirigent Gerhard Hartwig. "Er hat nach dem Wertungsspiel gelächelt", bemerkte Lemmle spaßig über den "gestrengen" Dirigenten.

Finanziell endete das Jubiläumsjahr für den Musikverein mit einem Minus von 4651,99 Euro, berichtete Kassiererin Sabine Heske. Sie wusste auch zu berichten, dass dem Verein ein Zuschuss für die Uniformen von der Stadt entging, weil die Mitglieder selbst zu viel Eigenleistung investierten. Asbahr will sich darum kümmern.

Ausgeglichen wird das Minus im Übrigen durch den Beschluss des Ortschaftsrats, dem Verein 5000 Euro Zuschuss zu gewähren, wie der SÜDKRIER berichtete.

Jugendleiter Josef Feierabend konnte von 40 Proben und 13 Terminen des Nachwuchses berichten. Er mahnte jedoch verstärkte Jugendarbeit an. Der Verein bildet derzeit 45 Nachwuchsmusiker aus, aber 2001 waren es noch 86. Dirigent Hartwig kündigte in diesem Zusammenhang sein Engagement bei dem Projekt "Klassen musizieren" an. Der Vorstand war in der Vorversammlung neu gewählt worden. Die wichtigste Änderung war der Wechsel an der Spitze von Berthold Müller zu Elmar Lemmle. Die weiteren Posten haben jetzt Thomas Erhard (2. Vorsitzender), Christian Haug (Schriftführer), Birgit Trollmann (Kassier), Gerhard Hartwig (1. Dirigent), Andrea Steiner (2. Dirigent) und Josef Feierabend (Jugendleiter).

Müller dankte bewegt für die viele Unterstützung in den vergangenen zehn Jahren, unter anderem dem ehemaligen Ortsvorsteher Leo Benz, Clifford Asbahr, Gerhard Hartwig, Conny Enderle, Sabine Heske (die aus familiären Gründen ebenfalls ausschied) und seiner Frau. Er habe seine Aufgabe mit Hingabe ausgefüllt, doch leider ließen berufliche Gründe ein weiteres Engagement nicht zu.

Für zehn Jahre als aktive Musiker im Verein wurden, teilweise in Abwesenheit, Miriam Dieterle, Carolin Enderle, Julia Hölscher, Bernd Müller, Felix Müller und Andreas Reiser geehrt.

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